Interview mit Allgemeinmediziner Dr. med. Michael Jovnerovski

Wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus? Wo haben Sie studiert und wie ging es weiter?

Ich habe von 1997 bis 2003 an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg Humanmedizin studiert und habe auch an der Uniklinik in Würzburg promoviert.

Für meine Facharztausbildung war ich in verschiedenen Häusern.
– Von 2004 bis 2007 war ich in der Inneren Medizin in der Main-Klinik in Ochsenfurt
– Von 2007-2008 war ich in der Praxis für Innere und Allgemeinmedizin bei Michael Deckelmann in Würzburg
– Von 2008-2009 in der Praxis für Allgemeinmedizin bei Drs. med. Cleven in Karlstadt
– 2009 habe ich meine Facharztprüfung abgelegt

Seit 2009 bin ich niedergelassener Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin in der eigenen Praxis in Karlstadt.

Warum haben Sie sich für Ihren Fachbereich entschieden?

Team der Praxis Dr. med. M. Jovnerovski & Kollegen für Innere & Allgemeinmedizin

Mir hat die Vielseitigkeit der Allgemeinmedizin gefallen. Die Möglichkeit den Menschen (nicht die Krankheit!) mit allen seinen Befindlichkeitsstörungen und Risikofaktoren zu behandeln und zu betreuen hat mich fasziniert. Der moderne Hausarzt arbeitet sowohl mit seinen fünf Sinnen als auch mit Einsatz der medizinischen Technik.

Welche Einschränkungen bringt der Beruf mit sich?

Ein Hausarzt muss Einsatzbereitschaft, Kommunikations- und Beziehungsfähigkeit mitbringen. Alle Einschränkungen wie Überstunden, hohe Arbeitsbelastung, viele Hausbesuche lassen sich durch gute Praxisorganisation eliminieren.

Wie sieht ihr Alltag aus? Was mögen Sie besonders? Welche Arbeiten würden Sie gerne abgeben/loswerden?

8:00 – 12:00 Uhr
jeden Tag von Mo-Fr: Sprechstunde

13:00 – 15:00 Uhr
Hausbesuche

15:30 – 18:00 Uhr
– Mo, Di, Do und jeden 2. Freitag: Sprechstunde
– Mittwoch und jeden 2. Freitag: frei

Die meisten Aufgaben meines Traumberufes mache ich sehr gerne. Verringern möchte ich den bürokratischen Aufwand!

Das schönste Ereignis ihrer Arztkarriere bisher?

Bei einem Hausbesuch diagnostizierte ich einen Herzinfarkt. Deshalb habe ich Behandlung und Transport ins nächste Krankenhaus zügig organisiert. Der Patient wurde behandelt und hatte keinen Folgeschaden erlitten. Dafür hat sich im Nachgang sehr herzlich bei mir bedankt.

3 Ratschläge an Ihr jüngeres Ich?

  1. Möglichst viele Famulaturen in verschiedenen Fachabteilungen machen
  2. Unbedingt eine Famulatur in einer Hausarztpraxis machen
  3. Medizin für sich als Berufung entdecken

Wie sehen Sie die Zukunft Ihres Fachbereichs?

Sehr gute Perspektiven für Hausärzte in Deutschland:

  • Viele Praxen suchen Nachfolger
  • Neuregelung des Bereitschaftsdiensts
  • arbeiten in Medizinischen Versorgungszentren, Praxisverbünden, Zweigspraxen, selbständig oder als angestellter Arzt/ angestellte Ärztin möglich
  • Verdienst mindestens so viel wie in anderen Fachgebieten
  • Förderprogramm Allgemeinmedizin sichert einen Verdienst für einen Weiterbildungsassistenten in der Allgemeinarztpraxis von 4.800€/Monat

Was war der Grund für die Wahl der Niederlassung?
Was würden sie heute genauso machen?
Welche Vor- und Nachteile sehen Sie in Ihrer Wahl?

Der Wechsel von der Klinik in die Praxis hatte ich wie eine „Befreiung“ wahrgenommen: deutliche Verringerung der Bereitschaftsdienst-Belastungen; bessere Steuerbarkeit der Arbeitszeiten; entspanntere und erfüllendere Arbeitstätigkeit nah am Menschen und ihrem Lebensumfeld.
Somit würde ich heute alles wieder genauso machen. Ich sehe für mich persönlich keine Nachteile in meiner Niederlassung bzw. Arbeit in der ambulanten Versorgung. Für die Kollegen, die keine Risiken der Niederlassung auf sich nehmen wollen bietet sich die Möglichkeit der Anstellung in einer etablierten Praxis an.

Kontakt

Praxis Dr. med. Michael Jovnerovski & Kollegen
Fachärzte für Innere und Allgemeinmedizin
Schützengasse 6 und Am Tiefen Weg 3
97753 Karlstadt
Telefon: +49 (9353) 2330
Telefax: +49 (9353) 7560
Email: info@allgemeinarzt-karlstadt.de
https://www.allgemeinarzt-karlstadt.de/home.html

Leave your thoughts